„Töte deinen Chef“ von Shane Kuhn

Töte deinen Chef“ ist der erste Roman von Shane Kuhn. Kuhn lebt in den USA, liebt Filme und hat Arbeitserfahrung in Werbeagenturen, als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur. Dem amerikanischen Buchblog „The Qwillery“ hat Kuhn ein ausführliches Interview zu sich, diesem Buch und seinen weiteren Plänen gegeben. Das hat mich zusätzlich zur Verlangsankündigung neugierig gemacht und nicht zuletzt schätze ich Conny Lösch als Übersetzerin sehr.

Worum geht es?
John ist Halbwaise, lebte seit seiner Geburt in Pflegefamilien und agiert seit seiner Jugend als Profikiller, Er funktioniert wie ein Roboter, Gefühle stören nur. Dies und alle Kampftechniken hat ihm Bob beigebracht, der einen ganzen Stamm jugendlicher Killer ausbildet und meist als Praktikant zum Zielobjekt einschleust. Mit 25 Jahren ist John nun fast zu alt, um glaubwürdig als Praktikant aufzutreten und daher bekommt er von Bob seinen letzten Auftrag, bevor er in Ruhestand gehen kann: Einer von 3 Partnern einer Elite-Anwaltskanzlei in Manhattan soll eliminiert werden. Abgesehen von den üblichen Schwierigkeiten, dass mächtige Menschen sich mit vielen Sicherheitsmassnahmen umgeben, hat John zusätzlich erst mal herauszufinden, wer der 3 überhaupt Zeugendaten illegal weiter verkauft hat und deshalb getötet werden soll.

Um in der Kanzlei überhaupt an Informationen heranzukommen, macht sich John an Alice ran, die das Vertrauen eines der Kanzleipartner geniesst. Doch Alice ist keine typische junge Anwältin: In ihrer Wohnung steht ein hoch verschlüsselter Laptop und schnell findet John raus, dass sie eine verdeckt arbeitende FBI-Mitarbeiterin ist. Ist sie etwa auf den gleichen Fall angesetzt? Soll er sie töten oder dem bisher nie gekannten Gedanken nachgeben, dass er in sie verliebt sein könnte und ihr vertrauen?

Zusätzlich bringt John durcheinander, mit welcher Konsequenz Alice sich auf die Suche nach seinem Vater macht. Und als John endlich kurz davor steht, den korrupten Partner umzubringen, bricht Bob die Aktion ab. Alles zurück auf Start, die Zeit drängt und dann stellt Alice ihm auch noch eine Falle. Wie kommt er da nur mit heiler Haut raus?

Was ist daran besonders?
Das ganze Buch ist aus der Perspektive von John geschrieben, der der nachfolgenden Praktikanten-Generation ein Handbuch diktiert und darin sowohl vorige Fälle beschreibt wie auch sein Vorgehen beim aktuellen Auftrag. John ist ein Zyniker, ein Cineast, eine Auftragmaschine.

Wie gefällt es mir?
Kuhn erschafft eine Scheinwelt, die bewusst übertrieben dargestellt wird und dadurch trotz aller Brutalität unterhaltsam zu lesen ist. Bobs Organisation kann geradezu zaubern und alles bereit stellen, was John als Unterstützung braucht. Und John kennt beim Kämpfen keinen Schmerz. Mal putscht er sich mit Drogen auf, mal reicht das eigene Adrenalin, aber er steht in jeder Situation gleich wieder auf. Glaubwürdigkeit wird also gegen Unterhaltung eingetauscht und die wird hauptsächlich durch den umgangssprachlichen bis flapsigen Sprachstil erreicht. Von mir bekommt diese Thrillerkomödie 3 von möglichen 5 Mimis.

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