Thriller-Steckbrief zu „Todesmärchen“ von Andreas Gruber

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Kurz & knapp: Worum geht es?

In Bern wird eine verstümmelte Leiche gefunden, der ein Zeichen in die Haut geritzt wurde. Der Fallanalytiker zieht seinen Kollegen Sneijder vom BKA hinzu, weil die beiden vor fünf Jahren eine Serie aufgeklärt haben, in der die Leichen ähnliche Zeichen trugen. Kreuz und quer durch Europa fliegen die Ermittler, weil der Täter in wahnsinnigem Tempo mordet. Der Täter von damals sitzt im Gefängnis auf einer norddeutschen Insel und bekommt mit der jungen Hannah eine neue Therapeutin, weil die vorige aus dem Fenster gefallen ist. Ist sie gefallen oder wurde sie gestoßen? Was wissen die Insassen und was die Leiter des Gefängnisses? Hannah kommt der Wahrheit so nah, dass sie rausgeschmissen wird, aber sie fährt alles andere als friedlich von der Insel.

Und während dessen entdeckt die Kollegin von Sneijders einen Zusammenhang zwischen all den Leichen, aber der knurrige Snijders mauert. Bis er nicht mehr anders kann und nach und nach die schmerzhaften Details der Mördersuche vor fünf Jahren frei gibt und was die heutige Serie damit zu tun haben könnte. Gelingt es ihnen, die Serie zu stoppen und einmal vor dem Killer am Tatort zu sein? Vielleicht, wenn sie sich besonders gut in sein krankes Hirn versetzen.

Ist der Thriller Teil einer Reihe?

Ja, dies ist der dritte Band um den niederländischen Fallanalytiker Maarten S. Sneijder. Die ersten beiden Bände heissen „Todesfrist“und „Todesurteil“und ich habe sie beide noch nicht gelesen, habe aber jetzt fest vor das nachzuholen.

Wer ist der interessanteste Protagonist?

Für mich ragt kein Einzelner aus den Protagonisten besonders heraus, sondern es ist der Mix, der’s macht. Der fast fanatische und selbstherrliche Sneijder passt wunderbar zu seiner Kollegin Nemez, die ihm langsam ähnlich wird und zu dem Mordverdächtigen, der seinem eigenen Drehbuch folgt und dabei den Ermittlern ständig voraus scheint. Und auch die ganzen anderen Figuren passen einfach richtig gut dazu, jede/r für sich.

Wie blutig/eklig ist dieser Thriller?

Die Leichen sind alle grausam zugerichtet und Blut liegt überall, da darf man nicht zu zimperlich sein. Aber zur Not kann man auch schnell über die Beschreibung der Tötungen hinweglesen ohne sie sich vorzustellen. Lesen muss man sie allerdings, sonst kann man nicht mit ermitteln.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Abgesehen von ein wenig Elternliebe ist hier keine Liebe zu finden. No Romance.

Welche Themen kommen im Thriller vor?

Hauptsächlich geht es ums Interpretieren der Zeichen, die der Täter in seine Leichen ritzt und da hilft es, Märchen gut zu kennen. Aber es geht auch um einen Schwulen, der sich erst spät getraut hat sich zu outen, um Loyalität und die Frage, ob man seine Kinder liebt, egal was sie anstellen.

Wie hat mir der Thriller gefallen?

Ich hab zwar das Buch angefangen zu lesen, bin dann aber zum Hörbuch rüber gewechselt und das war die beste Entscheidung überhaupt. Ich liebe die niederländische Sprache und Achim Buch gibt Maaten S. Sneijder so einen wunderbar klingenden Akzent, dass ich mich nicht satt hören konnte.

Inhaltlich erweitert Gruber die zwei Handlungsstränge unterwegs noch durch eine Rückblende um einen dritten und alle verwebt er immer fester ineinander. Action gibt es nicht zu knapp, zum Ende hin gibt es sogar einen doppelten Showdown. Die Charaktere sind hier und da ein wenig schablonenhaft, aber darin authentisch und sie spielen wunderbar miteinander. Sprachlich ist dieser Thriller eher gewöhnlich, ich hatte allzu oft das Ende eines Satzes auf der Zunge bevor der Sprecher es vorgelesen hatte. Also solides Handwerk mit wenig Überraschungen, aber mit einem durchdachten Plot, der fesselnd erzählt wird.

Insgesamt vergebe ich daher satte 4 von 5 Mimis und habe fest vor, mir die beiden vorigen Bände um Sneijder ebenfalls als Hörbuch runter zu laden.

Informationen zum Buch

Andreas Gruber „Todesmärchen“
ET: 15.08.2016

Taschenbuch, 544 Seiten, €9,99
Goldmann

Ungekürztes Hörbuch, 14 Std und 28 Min, €25,95
Gelesen von Achim Buch
audible.de

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