Thriller-Steckbrief zu „Power Play“ von Mike Nicol

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Krista Bishop ist eine schwarze, unerschrockene Elitekämpferin und führt in Kapstadt eine Sicherheitsagentur. Normalerweise schützt sie nur Damen der gehobenen Gesellschaft, aber auf Druck eines Geheimdienstlers muss sie zwei Chinesen als Klienten annehmen. Dass die beiden hinter ihrem Rücken mit berüchtigten Bandenchefs verhandeln, entgeht ihr. Aber sie wird unerbittlich in die Bandenkämpfe reingezogen, als einer der Bandenchefs seine Tochter von Krista beschützen lassen will. Dabei wird Kristas Partnerin schwer verletzt, die zu schützende Tochter wird entführt und Krista nimmt Kontakt mit dem Geheimdienstler auf, um zu verstehen, was eigentlich gespielt wird – und um Rache zu nehmen.

Wer ist der interessanteste Protagonist?

Bei diesem Thriller kann ich mich nicht entscheiden. Die vier Bandenchefs sind alle interessante Charaktere, der russische Killer und sein indischer Fahrer sind ein Duo, das mir über die Zeit immer besser gefiel und auch der Geheimdienstler – genannt „Häuptling“- und seine Vorgesetzte – genannt „die Stimme“ haben mich mit ihrer ganz eigenen Kommunikationsart begeistert.

Wie blutig/eklig ist dieser Thriller?

Nicol beschreibt in einigen Szenen die Brutalität schon sehr detailliert. Wem die Vorstellung zu heftig ist, wie ein Jugendlicher lebendig zersägt wird, der sollte diese Seiten lieber überblättern. Ich finde, für die Vielschichtigkeit der Handlung lohnt sich das.

Sterben Tiere oder Kinder?

Ja, gleich mehrere Jugendliche. Aber keine Tiere.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Liebe scheint zum Geschäft zu gehören in Mafiakreisen. Da pflegt die Tochter des einen Bandenchefs eine offizielle Beziehung zum einen Partner ihres Vaters und eine inoffizielle zum anderen. Und gleichzeitig geht einer von ihnen mit der konkurrierenden Bandenchefin ins Bett. Die wiederum vergnügt sich auch regelmäßig mit ihrem indischen Fahrer. Und auch die Sicherheitsspezialistin Krista hegt hier und da begehrliche Gefühle.

Mein Lieblingssatz aus dem Thriller

Dieser Gedanke des Geheimdienstlers trifft aus meiner Sicht für den ganzen Thriller zu: „So viele Verbindungen, so viele Möglichkeiten. So viele Unbekannte.“
Am meisten geschmunzelt hab ich allerdings, als die Chefin des Geheimdienstlers zu ihm sagt: „Lassen Sie mich nicht wie einen Pilz im Dunklen.“

Welche Themen kommen im Thriller vor?

Hier geht es um Mafiosi, Schmuggel mit Seeohren, Loyalität und Vertrauen gepaart mit Verrat, Berechnung, Rache und Gier.
Ähnlichkeiten mit Shakespeares Stück „Titus Andronicus“ sind vom Autor sicher beabsichtigt, auch wenn er dies nirgends explizit erwähnt.

Wie hat mir der Thriller gefallen?

Mich hat allein schon der Mix der Charaktere schnell in seinen Bann gezogen. Dazu die drei Handlungsstränge, die sich schnell zu einer komplexen Geschichte verdichten und die rasant erzählt werden, perfekt unterstützt von der immer wieder wechselnden Perspektive. Die Brutalität war für meinen Geschmack gerade noch zu ertragen und dadurch gemildert, dass andere Situationen schon fast komisch humorvoll sind.
Dieser für mich perfekte Mix bekommt daher natürlich volle 5 von 5 Mimis.

Alf Mentzer und ich haben uns in der Sendung „Krimi mit Mimi“ bei hr2 kultur ausführlich über dieses Buch unterhalten und das könnt Ihr hier nach hören.

Informationen zum Buch

Mike Nicol „Power Play“
aus dem südafrikanischen Englisch von Mechthild Barth
ET: 13.06.2016

Taschenbuch, 416 Seiten, €9,99
btb

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