Thriller-Steckbrief zu „Nur ein kleiner Gefallen“ von Darcey Bell

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Die erfolgreiche PR-Chefin Emily bittet wie so oft ihre Freundin Stephanie, auf ihren Sohn Nicky aufzupassen, doch sie holt ihn abends einfach nicht ab. Tagelang bleibt Emily fort, endlich kommt ihr Mann von einer Geschäftsreise nach Hause und langsam wird klar: Emily ist verschwunden. Die Trauer ist groß als ihre Leiche in einem See gefunden wird. Die Überraschung auch, denn die Obduktion findet Reste von Alkohol und Tabletten in Emilys Magen. Hatte die schöne, patente Frau dunkle Geheimnisse?

Während dessen kümmert sich Stephanie hingebungsvoll um den kleinen Nicky, der im gleichen Alter ist wie ihr eigener Sohn. Und nach und nach auch um den Witwer Sean. Die neue Patchwork-Familie zieht sogar zusammen und Stephanie verarbeitet die Geschehnisse in ihrem Blog. Aber wie stabil ist die neue Konstellation? Erst Nicky, dann Stephanie und zuletzt auch Sean werden mit verstörenden Begegnungen konfrontiert, die vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen.

Ist der Thriller Teil einer Reihe?

Nein, er ist das Debüt der Autorin.

Wer sind die interessantesten Protagonisten?

Aus meiner Sicht stehen Emily und Stephanie gleich stark im Mittelpunkt der Geschichte. Emily wuppt spielend einen anspruchsvollen Job mit den Bedürfnissen ihrer Familie und sieht dabei immer aus wie aus dem Ei gepellt. Stephanie dagegen ist eher der gemütlich wirkende Typ Frau, lebt von der Rente ihres früh verstorbenen Mannes und fokussiert ihre Zeit voll auf ihren Sohn und ihren Blog.

Wie blutig/eklig ist dieser Thriller?

Es stirbt hier und da mal jemand, aber mehr so nebenbei. Also keine Angst.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein und nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Recht hoch, denn im Kern dieses Thrillers stehen Beziehungen. Wie gesund ist die Liebesbeziehung zwischen Emily und Sean, die sich vor lauter Arbeit kaum sehen? Stephanie hegt noch starke Gefühle für ihren verstorbenen Mann und ihren verstorbenen Bruder und mit Sean schleicht sich nach langem mal wieder verliebtes Prickeln in ihr Leben.

Mein Lieblingssatz aus dem Thriller

Sorry, ich habe wirklich gesucht, aber keinen gefunden.

Wie hat mir der Thriller gefallen?

Am meisten hat mich irritiert, dass ich ihn zu Ende gelesen habe. Mir war recht schnell klar, dass in diesem Thriller einige Klischees bedient werden. Stephanie ist die einfältige, gutherzige Provinznelke, Emily die Superfrau, die es faustdick hinter den Ohren hat. Sean ist der vielbeschäftigte Gatte, der erfolgreich an der Wall Street arbeitet. Und die beiden Kinder sind charakterlich kleine Engel. So weit, so langweilig.

Die einzige Spannung kommt dadurch auf, dass Emily sich erst dem Leser erst nach und nach offenbart und man raten kann, ob Emily alle anderen so manipulieren kann, wie sie es möchte. Sprachlich ist dieser Thriller ein Schmöker, und diese Leichtigkeit beim Lesen wird durch die wechselnden Erzählperspektiven und die Blogeinträge noch verstärkt.

Vermisst habe ich Herzschlagmomente vor Spannung und Figuren, die im Lauf der Zeit etwas lernen, sich verändern. Auch das Einbinden des Blogs bleibt aus meiner Sicht schal, weil nie Reaktionen von den Lesern in die Handlung einfließen, dabei bieten die Blogeinträge Stoff für Kontroversen. So bleibt dieser Thriller eine Art Kammerspiel mit einer kleinen Anzahl von Personen, die aus meiner Sicht leider ganz und gar vorhersehbar agieren. Daher vergebe ich nur 2 von 5 möglichen Mimis.

Informationen zum Buch

Darcey Bell „Nur ein kleiner Gefallen – A simple favor“
aus dem Amerikanischen von Juliane Pahnke
ET: 10.04.2017

Taschenbuch, 400 Seiten, €14,99
HarperCollins

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