Thriller-Steckbrief zu „Kolbe“ von Andreas Kollender

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Fritz Kolbe ist Beamter im Auswärtigen Amt und zwar der einzige, der zu Nazizeiten nicht Parteimitglied ist. 1943 gelingt es ihm auf einer Auslandsreise nach Bern, Kontakt zum amerikanischen Geheimdienst zu knüpfen und ab da schmuggelt er regelmäßig militärische Geheimnisse zu Dulles und seinen Kollegen. Kolbe ist davon überzeugt, dass der Krieg so schnell wie möglich beendet werden und dass dafür Hitler beseitigt werden muss. Doch trotz aller brisanten Informationen lassen die Amerikaner Hitler am Leben. Statt dessen stirbt ein Freund Kolbes durch einen Anschlag der Alliierten.

Kolbe zweifelt an seiner Mission und leidet mehr und mehr unter seiner ständigen Maskerade im Amt. Nur die Liebe zu Marlene lässt ihn durchhalten. Doch kann eine Liebe in Berlin den Krieg überdauern?

Ist dies überhaupt ein Thriller?

Nicht direkt, aber noch am ehesten. Durch die Spionagetätigkeit kommt er einem Thriller nahe und die ständige Gefahr des Auffliegens und der Druck auf einen Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg hat Noir-Elemente. Die Handlung basiert auf der realen Geschichte des Fritz Kolbe, der 2004 als Widerstandskämpfer vom Auswärtigen Amt gewürdigt wurde. Und damit ist es aus meiner Sicht ein reinrassiger Spionageroman.

Der Hauptprotagonist in einem Satz

Fritz Kolbe ist eher Spießer als Draufgänger, er lässt sich manipulieren und manipuliert andere, er perfektioniert sein Doppelleben so weit, dass er manchmal das Gefühl für die Realität vergisst. Und bei allem ist er ein wenig naiv.

Wie blutig/eklig ist dieser Spionageroman?

Es ist 1943, mitten im Zweiten Weltkrieg, und da ist Gewalt überall. Aber die Handlung ist von inneren Konflikten und Risiken der Spionage bestimmt, Blut fliesst kaum.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein und nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Entscheidend. Ohne die Liebe könnte Kolbe nicht tun, was er tut. Und bei allem, was er tut, will er die Liebe schützen.

Mein Lieblingssatz aus dem Spionageroman

„Ach Fritz, abends mit dir am Tisch zu sitzen und Geheimakten zu kopieren, das macht mich so glücklich. In diesem Krieg. Ich bin stolz auf dich. Wir werden leben, Fritz. Leben. Und jetzt koche ich uns diese vier Kartoffeln und lasse eine Zwiebel aus.“

Wie hat mir der Spionageroman gefallen?

Der reale Widerstandskämpfer Fritz Kolbe ist durch diesen Roman lebendig geworden. So könnten sie gewesen sein, die inneren Kämpfe, die er durchlitten hat, bis er sich zur Spionage durchgerungen hat. Und so nah am Auffliegen wird er immer wieder gewesen sein. Kollender gelingt es wunderbar, die realen Fakten mit einer fiktiven Geschichte anzureichern und miteinander verschmelzen zu lassen.

Allerdings kommt trotz der bedrückenden Handlung und bei all der Emotionalität bei mir wenig Spannung auf und da ich Thrill-verliebt bin, vergebe ich hier ordentliche 3 von 5 möglichen Mimis. Wer mehr Wert auf eine gute Erzählung mit Spannungselementen legt, der ist hier richtig. Wer rasante Action sucht, der guckt lieber weiter.

Informationen zum Hör-/Buch

Andreas Kollender „Kolbe“
ET: 03.07.2015

Klappenbroschur, 448 Seiten, €16,99
Pendragon

Ungekürztes Hörbuch, 11 Std und 34 Min, €19,95
Gelesen von Peter Lontzek
audible.de

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