Thriller-Steckbrief zu „Elefant“ von Martin Suter

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Ein Obdachloser sieht einen rosa Elefanten. Nichts ungewöhnliches bei Alkoholikern? Hier schon, denn dieser Elefant ist das Ergebnis einer Genmanipulation und dass er lebt, wird seinem Schöpfer, dem Genforscher Roux verheimlicht. Wütend und beharrlich versucht dieser, zumindest Stammzellen aus seinem Elefanten zu entnehmen, denn er ist nur zum Teil geglückt. Zwar ist seine Haut rosa und er leuchtet im Dunkeln, aber er ist nur so klein wie ein Hund. Und Roux will doch mit seiner Forschung reich und berühmt werden.

Davor stellen sich allerdings ein Tierpfleger und ein Tierarzt, denn Roux ist ihnen zu verschlagen. Als Roux ihnen auf die Spur kommt, findet ein Obdachloser den Elefanten und eine Tierärztin hilft ihm, sich und das Tier zu verstecken und aufzupäppeln. Wie lange kann das gutgehen? Und wie glaubwürdig sind die Aussagen von Obdachlosen?

Ist der Thriller Teil einer Reihe?

Nein.

Wer ist der interessanteste Protagonist?

Die meisten Protagonisten spielen ihre Rolle in diesem Thriller gut, aber am besten gefällt mir der Obdachlose Schoch. Wie zaghaft er sich von seiner Obdachlosigkeit verabschiedet, hat mich beeindruckt und er ist derjenige  in diesem Roman, der sich am meisten verändert.

Wie blutig/eklig ist dieser Thriller?

Gar nicht.

Sterben Tiere oder Kinder?

Zu Tieren kann ich verständlicherweise hier nichts sagen, aber Kindern geschieht sicher nichts.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Der entwickelt sich und das schon fast märchenhaft. Aber die Romantik bleibt dezent im Hintergrund, als schönes Beiwerk sozusagen.

Mein Lieblingssatz aus dem Thriller

„Wie viel hätte er als kleiner Junge gegeben für einen kleinen lebenden rosa Elefanten, der leuchtete in der Nacht!“ Da stimm ich doch spontan zu…obwohl, wenn ich so richtig überlege… lieber doch nicht.

Welche Themen kommen im Thriller vor?

Es geht um finanzielle Schwierigkeiten im Zirkusleben und wie fantasievoll man diesen begegnen kann. Genauso geht es um das Milieu der Obdachlosen, wie man hinein gerät und warum man sogar dort bleiben möchte. Darum, dass manche aus Überzeugung und nicht wegen des Geldes arbeiten. Und natürlich auch genau um das Gegenteil. Nicht zuletzt geht es um die Fragen, zu welchen Zwecken Forscher Gene von Lebewesen manipulieren dürfen.

Wie hat mir der Thriller gefallen?

Ich habe mich ganz schnell in den kleinen Elefanten verliebt und in alle, die ihn schützen möchten. Dazu hat sicher beigetragen, dass ich dieses Buch in Sri Lanka gelesen habe, auf Safari-Touren fasziniert Elefanten beobachtet habe und sogar lecker in einem Lokal mit dem Namen „Pink Elefant“ gegessen habe.

Raffiniert finde ich, dass die moralischen Fragen in diesem Buch sehr klar scheinen, aber die Fragen nach den Grenzen und Folgen von Genmanipulation offen bleiben und damit auch nach dem Beenden des Buches weiter meine Gedanken besetzt haben. Der Roman mixt Elemente aus Science Fiction, Märchen und Spannung und hier und da kam mir die Handlung vor wie ein Theaterstück, bei dem man voraussieht was kommt und trotzdem hofft, dass es nicht geschieht.

Insgesamt bin ich sehr begeistert von diesem Roman. Allein die für meinen Geschmack allzu märchenhafte Liebesgeschichte führt zu einem kleinen Mimi Abzug. Aber es bleibt mit 4 von 5 Mimis eine klare Lese-Empfehlung.

 

Informationen zum Buch

Martin Suter „Elefant“
ET: 01.02.2017

Hardcover, 352 Seiten, €24,-
Diogenes

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