Thriller-Steckbrief zu „Der Tod so kalt“ von Luca D’Andrea

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Der amerikanische Drehbuchautor Salinger geht mit seiner Familie zur Erholung nach Südtirol. Siebenhoch heißt das kleine Dorf, aus dem seine Frau Anneliese kommt und dort sind Fremde nicht gern gesehen. Die Landschaft ist bergig und rau, die Menschen verschlossen.

Zufällig hört Salinger von einem Massaker, bei dem vor 30 Jahren drei junge Menschen in einer Schlucht abgeschlachtet wurden und dass bis heute kein Täter gefunden wurde. Neugierig versucht Salinger mehr herauszufinden und wird dafür mehr als einmal verprügelt. Und doch nähert er sich nach und nach Erinnerungsfetzen, Mutmaßungen, möglichen Motiven. Je tiefer er bohrt, desto mehr bringt er sich und seine Familie in Gefahr. Wirkt der Fluch des Massakers bis heute nach?

Ist der Thriller Teil einer Reihe?

Nein.

Der Hauptprotagonist in einem Satz

Jeremiah Salinger liebt seine Familie, aber sich selbst liebt er noch mehr und so begibt er sich immer wieder in Gefahr, weil er aus jeder möglichen Geschichte das Maximale herausholen will.

Wie blutig/eklig ist dieser Thriller?

Das Massaker hat seine Bezeichnung verdient und auch manche Prügeleien verlaufen blutig. Aber der Großteil des Thrillers beschäftigt sich mit Ängsten und Gefahren, die erstmal recht unblutig sind.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein und nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Wie in jeder kleinen Welt gehört Liebe dazu. Intakte Liebe, Liebe mit Hindernissen, Liebe, die Geheimnisse schützt, vergangene Liebe und verschmähte Liebe. In irgendeiner Art und Weise ist Liebe also immer dabei.

Mein Lieblingssatz aus dem Thriller

Ein Einblick in die Gedankenwelt der von Salinger: „Die Bestie. Der Gedanke war wahnsinnig, das wusste ich. Doch statt einen großen Bogen um diesen Wahnsinn zu machen, stürzte ich mich kopfüber hinein. Besser der Wahnsinn als der Albtraum, in dem ich steckte.“

Wie hat mir der Thriller gefallen?

Der Thriller hat ein paar Längen, besonders zu Anfang gibt es viele Details, die zwar erzählerisch schön sind, um die Protagonisten kennenzulernen, aber erst nach gut 100 Seiten nimmt die Spannung in der Handlung Fahrt auf. Trotzdem hab ich ihn von Anfang an gern gelesen, denn die durchgehende Ich-Perspektive zieht den Leser direkt ins Geschehen und das Zahlen-Buchstaben-Spiel zwischen Salinger und seiner fünfjährigen Tochter setzt in der schroffen Umgebung spielerische Akzente.

Ich mochte es sehr, zwischen all den Andeutungen und Erzählungen gemeinsam mit Salinger herauszufiltern, was wirklich in der Bletterbach-Schlucht damals passiert ist und wer der bestialische Täter war. Und das Ende beeindruckt mit einem Showdown voller Überraschungen. Alles in allem vergebe ich 4 von 5 möglichen Mimis.

 

Informationen zum Hör-/Buch

Luca D’Andrea „Der Tod so kalt“
aus dem Italienischen von Verena von Koskull
ET: 06.03.2017

Klappenbroschur, 480 Seiten, €14,99
DVA

Ungekürztes Hörbuch, 11 Std und 06 Min, €22,95
Gelesen von Matthias Koeberlin
audible.de

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