Thriller-Steckbrief zu „Blutroter Tod“ von Tetsuya Honda

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Kurz & knapp: Worum geht es?

An einem Teich in Tokio wird eine schlimm zugerichtete Männerleiche in einer blauen Plane eingewickelt gefunden. Die junge, erfolgreiche Ermittlerin Reiko entdeckt, dass auf die gleiche Weise noch ein weiterer Mann gestorben ist. Aber warum weisen die Leichen so viele Schnitte im Körper auf, Zeichen von Folter und dazu noch eine geöffnete Bauchdecke? Reikos Team findet heraus, dass beide Toten monatlich an einem mysteriösen Treffen teilnahmen, das sie aber sogar ihren Familien verschwiegen. Sie entdecken eine Art Geheimclub, der alles dafür tut, unsichtbar zu bleiben.

Ist der Thriller Teil einer Reihe?

Ja, dies ist der erste Band um Reiko Himekawa. In Japan sind bereits fünf Bände erschienen. Wollen wir hoffen, dass die nun alle ins Deutsche übersetzt werden.

Wer ist der interessanteste Protagonist?

Insgesamt finde ich die Protagonisten alle etwas schablonenhaft schwach geraten und daher ist für mich das Interessanteste das Spannungsverhältnis zwischen Reiko Himekawa und ihrem Kollegen Katsumata. Während Himekawa instinktiv ermittelt, folgt Katsumata dem Prinzip Fakten. Und obwohl sich beide spinnefeind sind, müssen sie in diesem Fall doch zusammen arbeiten und mal hat die eine, mal der andere die Nase vorn.

Wie blutig/eklig ist dieser Thriller?

Es gibt eine Menge Leichen und die sind alle grausam zugerichtet. Aber das wird nur einmal detailliert beschrieben und bei den nächsten Toten darauf verwiesen.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Abgesehen davon, dass Himekawa ständig von ihren Kollegen angehimmelt wird, ist er niedrig, denn es passiert nichts Romantisches.

Mein Lieblingssatz aus dem Thriller

„Sich fügen heißt nicht, dass man einverstanden ist.“ Auch Reiko war nicht immer stark im Leben, aber sie hat sich dafür entschieden, kein Opfer zu sein.

Welche Themen kommen im Thriller vor?

Honda gibt den Lesern einen interessanten Einblick in Japanische Polizeiarbeit. An dem Fall arbeiten mehrere Teams der Tokioter Kriminalpolizei, die in Konkurrenz zueinander stehen.  Zu Einsätzen fahren die Polizisten mit der Bahn, weil es keine Dienstwagen gibt. Und damit sie sich in den Stadtteilen zurechtfinden, in denen sie ermitteln, wird ihnen ein Lokalpolizist an die Seite gestellt.

Wie hat mir der Thriller gefallen?

Der Spannungsaufbau verläuft für meinen Geschmack zu langsam und hat abgesehen von den Leichen wenig Höhepunkte. Zudem sind die Protagonisten alle etwas blass, was eventuell damit zu tun hat, dass sie im Lauf der Folgebände ihre Charaktere noch ausreichend ausbauen können.

Sehr gut dagegen hat mir der Einblick in die Japanische Polizeiarbeit gefallen. Die Hierarchien, die Umgangsformen und auch einige Abläufe unterscheiden sich stark von dem, was ich üblicherweise in Thrillern aus anderen Ländern lese und diese Einblicke sind sehr lebendig geschildert.

Insgesamt vergebe ich für die Handlung 3-4 Mimis, die sich auf 4 aufrunden, weil ich Britta Steffenhagen beim Vorlesen sehr gern zugehört habe.

Informationen zum Hör-/Buch

Tetsuya Honda „Blutroter Tod“
aus dem Englischen von Irmgard Gabler
ET: 24.11.2016

Taschenbuch, 416 Seiten, €9,99
Fischer

Ungekürztes Hörbuch, 9 Std und 36 Min, €13,95
Gelesen von Britta Steffenhagen
audible.de

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