Rezept für das perfekte Opfer in Krimis und Thrillern

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Es gibt viele raffinierte Krimis und Thriller mit interessanten Charakteren und unerwarteten Wendungen. Zum Glück, denn diese liebe ich und am Anfang jeden Buches hoffe ich auf eine Perle, die mich begeistert.

Und dann gibt es die Krimis und Thriller, die mich innerlich seufzen lassen. Da wird ein selbständiger, patent erscheinender Charakter plötzlich zum Opfer und es scheint, als würde ihm jemand diese sieben goldenen Regeln jede Nacht einflüstern:

1. Pflege keine Freundschaften

Du kannst gerne denken, du hättest Freunde. Vielleicht denkst du sogar, du bist beliebt. Aber wenn dir etwas ungewöhnliches passiert, erzählst du es besser doch keinem aus Angst, sie würden dir nicht glauben.

2. Vertraue niemandem

Wenn du dich richtig alleine fühlst und dir jemand nett vorkommt, verrate ihm nichts darüber, was dich wirklich beschäftigt. Oder nur kleine Stücke davon, die dich beim andern sehr rätselhaft erscheinen lassen.

3. Sprich nur mit Polizisten, die dir nicht helfen

Such dir entweder gleich jemanden als Gesprächspartner aus, der dich von Anfang an nicht leiden kann. Oder behandle ihn so, dass er gegen dich ist.

4. Nimm dir keinen Anwalt

Um Himmels willen, ein Anwalt könnte auf deiner Seite sein. Oder dir aus der Patsche helfen. Das musst du auf jeden Fall vermeiden.

5. Denke immer das gleiche

Lass deine Gedanken einfach immer im gleichen Karussell, damit du keinen Ausweg findest. Reite dich so konsequent immer tiefer ins Unglück.

6. Hast du Kinder oder Tiere?

Wunderbar. Pass einen Moment nicht auf, dann geschieht ihnen Schlimmes und das wertest du dann als weiteres Zeichen, dass das Leben gerade gegen dich ist.

7. Wenn Du genügend Geld hast, nutze es nicht

Privatdetektive oder Sicherheitsleute kosten Geld, klar. Du hast Geld, denkst aber im Traum nicht daran, es dafür auszugeben, dass du aus deiner misslichen Situation raus kommst.

Übrigens gilt dies alles für Charaktere jeglichen Geschlechts gleichermassen.

Das Einflüstern der Verhaltensregeln scheint leider oft zu wirken. Spätestens beim Feststellen von drei der sieben Punkte ist meine Empathie aufgebraucht und ich wende mich dem nächsten Krimi oder Thriller zu. Wie geht es Euch?

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4 comments on “Rezept für das perfekte Opfer in Krimis und Thrillern

  1. Ist unvernünftiges Verhalten stimmig erklärt, kann ich es akzeptieren.
    Doof wird es, wenn die Klischees des unvernünftigen Verhaltens herausschreien, worauf der Roman hinausläuft.
    Manche Autoren nutzen das als eine Art „rotes Tuch“- Du weißt was passiert . Na komm schon, Du weißt es. Du bist Dir ganz sicher. Ätsch, stimmt nicht!
    Das mag ich, darüber schmunzel ich und klopfe dem/der Autor/-in wohlwollend auf die Schulter in Gedanken. „Hast mich erwischt. Danke, ich ziehe meinen Hut.“

    Ist es dagegen so vorhersehbar, das es schreit, so wie Szenen in manchen Horrorfilmen…(Ich bin gleich zurück… aaaaaaah!), dann ist es nicht mein Buch, dann lege ich es weg.
    Ebenso wenn ein Protagonist sich konsequent dumm und realitätsferne verhält.!Da krieg ich ein furchtbaren Hals. Nix für meine Nerven!

  2. Ja stimmt, wenn mich die Blödheit der Protagonisten mich beleidigt (obwohl sie mir der Schreibe nach sympathisch sein sollten) muss ich das Buch weglegen. Gilt übrigens auch für andere Genre. Zum Beispiel auch, wenn im xten Mittelalterroman die Männerberufs-Tochter (Goldschmied, Küfner, Henker, Räuber …) oder auch gerne Hure (natürlich weil ihr nichts anderes übrigbleibt) wieder mal einen Weidenrindentee kocht. Weil ich das ja noch nie gehört habe, ich bin echt von den Socken. Wäre es jetzt ein Film, würde es ständig regnen und die Welt wäre ein einziger Matsch (im Mittelalter hat es sicher immer nur geregnet). 🙂
    Danke für den guten Start in den Tag mit deinem Blog (heute entdeckt)

  3. Pingback: Stöberrunde #7 | Fluchtpunkt Lesen

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