„Passagier 23″ von Sebastian Fitzek

Schon auf der Frankfurter Buchmesse durfte ich Sebastian Fitzek zu seinem neuen Thriller interviewen und gestern ist „Passagier 23“ endlich offiziell erschienen. Ich hatte die Ehre, an der Book Release Party teilzunehmen, die praktischerweise in Hamburg stattfand. Ca. 200 Gäste haben sich auf einem alten Frachtschiff getroffen, wurden bei Interesse durch das Schiff geführt und dann hat der Autor im Bauch des Schiffs sein neues Buch vorgestellt, daraus ein paar Stellen gelesen, von seiner Recherche erzählt und in aller Ruhe mit allen Teilnehmern für Fotos posiert und natürlich seine Bücher signiert. Aus meiner Sicht ist eine Lesung mit Sebastian Fitzek immer ein Erlebnis. Falls Ihr also seine Thriller mögt und seine Lesereise in Eure Nähe führt: hin da.IMG_1416

Worum geht es in dem Thriller?

Vor 2 Monaten sind die 11jährige Anouk und ihre Mutter verschwunden. Während einer Kreuzfahrt, mitten auf hoher See. Wie in solchen Fällen üblich, geht die Reederei von Selbstmord aus, aber jetzt taucht eines Nachts plötzlich Anouk auf einem Deck des Schiffs wieder auf. Ihr Körper ist überseht mit schweren Verletzungen, die von Vergewaltigungen stammen, aber sie spricht kein einziges Wort. Wo war sie die ganze Zeit? Wer hat sie gefangen gehalten? Lebt ihre Mutter auch noch? Aus PR-Gründen werden keine offiziellen Behörden eingeschaltet, sondern der Polizeipsychologe Martin Schwartz soll diese Rätsel lösen. Schwartz gilt als harter Hund, lässt sich in die hinterhältigsten Situationen undercover einschleusen und geht dabei auch hohe persönliche Risiken ein. Sein eigenes Leben ist ihm egal, seit seine Frau und deren kleiner Sohn Timmy vor einigen Jahren ebenfalls während einer Kreuzfahrt verschwanden.

Doch jetzt erwacht in Schwartz neue Hoffnung, dass seine Familie noch leben könnte, denn Anouk hatte bei ihrem Auffinden Timmys Teddy im Arm. Wo ist die Verbindung zwischen Anouk und Timmy? Da Anouk kein Wort spricht, fällt es ihm schwer, ihr Vertrauen zu gewinnen. Aber er muss herausfinden, was Anouk geschehen ist, um wenn möglich seinen Sohn zu retten – und womöglich weitere gefährdete Kinder.

Was ist an dem Thriller besonders?

Fitzek ist und bleibt für mich der Meister des Unerwarteten. Immer wieder kommt eine Andeutung, bei dem ich denke, das ist doch jetzt gar nicht möglich. Manchmal gibt es dann aber doch eine schlüssige Erklärung dafür und manchmal stellt es sich auch als eine falsche Vermutung der Protagonisten heraus. Damit erzeugt Fitzek bei mir eine Haltung, in der ich prinzipiell alles für möglich halte und falle von einem Erschrecken ins nächste. Dazu kommt seine ausgeprägte Vorliebe, Schmerz aus der Sicht des Betroffenen zu beschreiben und meine Ekelgrenzen zu testen. Seine ebenso legendäre Flut an Cliffhangern ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i, der mich seine Thriller nicht aus der Hand legen lässt – also nicht vor der letzten Seite.

Wie gefällt mir der Thriller?

Das rasende Tempo und der Zwang weiterzulesen gefällt mir sehr, wobei mir die vielen Cliffhanger am Ende der kurzen Kapitel mit der Zeit auf den Geist gehen. Zudem erschienen mir ein paar Stellen unlogisch, was meinen Lesegenuss ja immer trübt. Auf der anderen Seite kann ich von Anfang an mit knobeln und das in so viele Richtungen, dass ich während des Lesens mit dem Überlegen manchmal gar nicht hinter her kam. Insgesamt schwanke ich zwischen 3 und 4 Mimis, vergebe aber letztlich doch 3, weil ich mich nach dem Lesen ein wenig wie nach einem Drogenrausch ernüchtert vorkam. Abgesehen vom Leserausch bin ich von der Handlung nicht nachhaltig beeindruckt.

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