Krimi-Steckbrief zu „Tausend Teufel“ von Frank Goldammer

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Im Februar 1947 wird an den Elbauen Dresdens ein erstochener Mann gefunden. Der Tote ist ein russischer Major, ein Stück weiter liegt in einem Rucksack der Kopf eines weiteren Toten im Gebüsch und vor einigen Tagen wurde bereits ein anderer russischer Offizier ermordet. Der Leiter der Militäradministration bittet Oberkommissar Max Heller, umsichtig zu ermitteln. Doch das ist gar nicht so einfach, denn auch der russische Verantwortliche für Innere Angelegenheiten bittet Heller um Erkenntnisse zu den Hintergründen. Und niemand möchte Staub aufwirbeln. Aber das ist gar nicht so einfach, da die Toten in Kontakt mit einem verborgenen Bordell standen, in dem nicht alles legal läuft.

Ist der Krimi Teil einer Reihe?

Ja, es ist der zweite Fall für Max Heller, Oberkommissar in Dresden. Der erste Band heißt „Der Angstmann„.

Der Hauptermittler in einem Satz

Max Heller ist ein liebender Ehemann und Vater und ein gradliniger Polizist, der sich von niemandem vereinnahmen lassen, sondern einfach Gerechtigkeit herstellen möchte.

Wie blutig/eklig ist dieser Krimi?

Schon ein bisschen blutig, denn das geht mit abgehackten Köpfen und Händen einher. Aber der Autor beschreibt die Grausamkeiten nicht ewig. Viel mehr Fokus legt er auf die Atmosphäre der Nachkriegszeit und die ist sehr beklemmend.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nicht direkt, aber es gibt schon viel Leid von Kindern in diesem Krimi.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Relativ gering: Heller ist glücklich verheiratet mit Karin und die beiden halten zusammen. Die beiden haben in einer Bombennacht alles verloren und hoffen nun, von ihren beiden Söhnen Lebenszeichen zu erhalten.

Mein Lieblingssatz aus dem Krimi

„Respekt, wusste Heller, erlangte man sich nicht mit herrischem Auftreten, sondern mit seinem Handeln und mit Konsequenz.“

Welche Themen kommen im Krimi vor?

Es geht ganz viel um Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und innere Konflikte. Um den täglichen Kampf ums Essen und das Streben danach, neutral zu sein, in keine Partei einzutreten, nur weil es Vorteile im Alltag mit sich bringen würde und damit auch um den inneren moralischen Kompass. Die Schwierigkeit, einem Vorgesetzten zu unterstehen, den man als heuchlerisch wahrnimmt und von zwei russischen Machthabern benutzt zu werden, ohne dabei unter die Räder zu kommen. Und schließlich geht es auch darum, sich wieder an das eigene Kind zu gewöhnen, das kein Kind mehr ist, wenn es von der Front nach Hause kommt.

Was hat mir am Krimi gefallen?

Goldammer beschreibt Szenen so detailliert wie Fotos mit Geruch und führt mich so mitten rein in das entbehrungsreiche, politisch und gesellschaftlich fragile junge Nachkriegsdeutschland.

Wann und wo findet die Lesung statt?

Das Programm des LiteraturBahnhofs ist inzwischen eine jährliche Institution, die immer parallel zur Buchmesse stattfindet. In diesem Rahmen findet am 13. Oktober 2017 die Kriminacht statt, dieses Jahr im Haus des Buches, auf der acht Autoren ihre aktuellen Krimis vorstellen. Zufällig erscheint genau an diesem Tag „Tausend Teufel“, dies ist also eine der ersten Gelegenheiten, von diesem Buch zu hören.

Informationen zum Buch

Frank Goldammer „Tausend Teufel“
ET: 13.10.2017

Klappenbroschur, 368 Seiten, €16,90
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