Krimi-Steckbrief zu „Lost in Fuseta“ von Gil Ribeiro

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Die Polizei des kleinen Küstenstädtchens Fuseta schickt einen ihrer Herzbuben für ein Jahr nach Hamburg und im Austausch kommt Leander Lost in ihr Team. Lost benimmt sich hölzern, trägt im Hochsommer schwarze Anzüge und schießt einem Kollegen ins Bein. Doch bevor Lost zurück geschickt wird, erkennen seine Kollegen, dass er ein Savant ist und dass sie seine Fähigkeiten beim Lösen des aktuellen Falls gut brauchen können.

Ein Privatdetektiv wurde in seinem Boot ermordet und während der Tätersuche stößt die Polizei auf das lokale Wasserversorgungsunternehmen, das schmutzige Geschäfte zu verfolgen scheint. Geschickt eingesetzt, erweist sich Lost bei den Ermittlungen als Gewinn. Aber Vorsicht: Er sagt immer die Wahrheit, auch den Verdächtigen gegenüber.

Ist der Krimi Teil einer Reihe?

Ja, mit diesem Krimi beginnt eine neue Reihe um den autistischen Kommissar Leander Lost.

Wie blutig/eklig ist dieser Krimi?

Gar nicht, dies ist ein schöner sogenannter „cosy crime“-Krimi. Also einer, der deutlich mehr das Herz wärmt als Gewalt zeigt.

Die Hauptermittler in einem Satz

Leander Lost wurde schon als Kind gemobbt und hat inzwischen einen Weg gefunden, die meisten Gesichtsausdrücke seiner Gegenüber richtig zu deuten. Er ist vorsichtig, höflich und agiert zu 100% logisch. Trotz seiner Besonderheiten ist er aus meiner Sicht ein sehr umgänglicher Autist.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein und nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Leander Lost wird fast durchgehend angeflirtet von der Schwester seiner Kollegin Rosado, merkt es aber nicht. Spätestens aber wenn die Liebe von Rosados Eltern in die Handlung einfließt, wird einem ganz warm ums Herz.

Mein Lieblingssatz aus dem Krimi

„Dieses Trotzdem, das zeichnet die Menschen hier aus, finde ich. Sie sind traurig, ja, aber sie verlieren nie den Mut. Sie sind melancholisch und machen daraus eine eigene Musikrichtung.“ Wie Lost die Portugiesen beschreibt, ist einfach eine wunderschöne Liebeserklärung an ein Land und seine Menschen.

Wie hat mir der Krimi gefallen?

Wer nach Portugal fährt, am besten an die Ostalgarve, der muss diesen Krimi natürlich ins Gepäck stecken. Ansonsten steckt in diesem Krimi so viel portugiesische Lebensart, Melancholie gepaart mit Lebensfreude, Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit, dass man sofort nach Portugal reisen möchte.

Der Kriminalfall ist schon fast unwichtig. Der Autor scheint Gewalt so weit wie möglich zu vermeiden, so dass er schnell vom Mord auf das Gebiet von Gier und Wirtschaftskriminalität ablenkt. Der Charakter der Personen ist moralisch schnell in gut und böse einzusortieren und es gibt jede Menge Sympathieträger.

„Lost in Fuseta“ ist ein gemütlicher, unterhaltsamer Sommerkrimi mit einem liebenswerten Sonderling als Kommissar. Und dafür vergebe ich drei von fünf möglichen Mimis.

 

Informationen zum Buch

Gil Ribeiro „Lost in Fuseta“
ET: 31.03.2017

Klappenbroschur, 400 Seiten, €14,99
KiWi-Paperback

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