Krimi-Steckbrief zu „Kopfjagd“ von P. Gallert & J. Reiter

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Kurz & knapp: Worum geht es?

In einem Berliner Golfclub wird ein Bürger des Sultanats Musah enthauptet aufgefunden, den Kopf hat der Täter mitgenommen. Die Ermittlungen ergeben, dass der Tote wahrscheinlich in Waffengeschäfte verwickelt war gute Beziehungen zur Botschaft von Qumar pflegte. Damit wird der Fall für Hauptkommissar Brandt zum Balanceakt, denn allzu schnell tritt er entweder den Reichen oder den Politikern auf die Füße. Und als dann noch ein zweiter toter Mann auftaucht, wieder enthauptet, wird das Pflaster noch heißer. Die Ermittlungen kommen nur langsam vom Fleck und da kommt es ihm ganz gelegen, dass er im Sektionssaal zufällig eine Igorot entdeckt, die am Körper Bisswunden aufweist und die niemand vermisst. Er beschließt, auf eigene Faust zu ermitteln und gerät dabei an den Rand der Legalität.

Ist dieser Krimi Teil einer  Reihe?

Von der Handlung her könnte es der Auftakt zu einer Reihe sein, aber in der Pressemeldung habe ich dazu nichts gefunden.

Wie blutig/eklig ist dieser Krimi?

Eine Frau wird vergewaltigt und verschiedenen Männern wird der Kopf oder auch nur mal ein Ohr abgesäbelt. Das geht nicht ganz blutlos über die Bühne, aber die Autoren suhlen sich nicht lange in Beschreibungen der Taten.

Der Hauptermittler in einem Satz

Heiko Brandt war Ethnologe und ist nun Hauptkommissar im Sonderdezernat Fremdkultur. Er ist ein Einzelgänger in der Polizei, aber einfühlsam zu Fremden. Kaputte Ehe, keine Familie und für meinen Geschmack ein wenig gesichtslos.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Niedrig. Soll heißen, bis auf eine Liebesnacht, die nicht zustande kommt, ist der Krimi romantikfrei.

Mein Lieblingssatz aus dem Krimi

„Zehra erkannte Brandt fast nicht. Er sah sich nur ähnlich, wie ein Verwandter, den die Familie lieber verschweigt.”

Wie hat mir der Krimi gefallen?

Die Idee gefällt mir, einen ethnologischen Experten in der Polizei zu haben und bei den Ermittlungen als Leser gleichzeitig etwas über fremde Kulturen zu erfahren. Und auch die Mordserie an sich finde ich interessant. Aber für meinen Geschmack ist der Krimi zu holzschnittartig. Die Protagonisten finde ich alle bis auf die Kollegin Brandts uninteressant, die Sprache ist zu deskriptiv als dass sie aufkommende Spannung in der Handlung unterstützt und allzu oft hilft der Zufall, wenn sich die Handlung in die eine oder andere Richtung wenden soll.

Die Spannungsmomente der Handlung und die ethnologischen Aspekte schieben diesen Krimi aber immerhin noch auf knappe 3 von 5 Mimis.

 

Informationen zum Buch

Peter Gallert und Jörg Reiter „Kopfjagd“
ET: 22.09.2016

Broschur, 336 Seiten, €14,95
Emons

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