Krimi-Steckbrief zu „Hattinger und die Schatten“ von Thomas Bogenberger

Thomas Bogenberger, Hattinger, Hattinger und die Schatten, Tegernsee, Prien, Beutekunst, Bayern, Krimi, Humor, Regionalkrimi, Krimi, Lesung, Kriminacht, Frankfurt, Buchmesse, Moderation, Miriam Semrau, Krimimimi, Serie

Kurz & knapp: Worum geht es?

Gerade ist Kommissar Hattinger in sein neues Haus am Chiemsee gezogen, da hat er schon 4 Morde in einer Woche am Hals. Es beginnt mit einem Ehestreit in der Nachbarschaft. Als Hattiger rübergeht, ist die Frau schon tot. Doch er kann sich damit nicht weiter beschäftigen, denn er wird direkt zu einer Wasserleiche gerufen. Es scheint sich um einen alten Mann zu handeln, aber es wird niemand vermisst. Während die Identifizierung des Toten noch läuft, gibt es bereits noch eine Leiche: Diesmal wurde ein erschossener Mann im Garten einer Villa gefunden.

Um den Besitzer der Villa ranken sich Gerüchte, sein Vater soll zudem ein einflussreicher Nazi gewesen sein. Und der Tote im Garten sieht äußerlich aus wie ein Neonazi. Hattinger und sein Team suchen fieberhaft nach Verbindungen und dabei übersieht der Kommissar, dass seine Tochter Lena in Schwierigkeiten gerät, weil sie einem Flüchtlingsjungen beistehen will.

Ist der Krimi Teil einer Reihe?

Ja, dies ist der dritte Band um Kommissar Hattinger. Die ersten beiden wurden bereits vom ZDF verfilmt, bei diesem Buch kann ich mir eine Verfilmung ebenfalls sehr gut vorstellen.

Wie blutig/eklig ist dieser Krimi?

Leichen sind nie besonders appetitlich, aber hier werden sie sprachlich nicht besonders ausgeweidet. Aus meiner Sicht ist dieser Krimi daher leichte Kost.

Der Hauptermittler in einem Satz

Hattinger ist mit Leib und Seele Kommissar. Wenn er ermittelt, dann braucht er wenig Schlaf und pflegt mit den Kollegen ein freundschaftliches Verhältnis. Um Gerechtigkeit durchzusetzen, beugt er auch mal die Regeln. Und bei all dem Eifer vernachlässigt er seine pubertierende Tochter. Aber er meint es grundsätzlich immer gut. Kriegt nur sein Handy selten aufgeladen und ist daher einfach schlecht erreichbar.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Ein wenig flirten hier und da, aber insgesamt gering.

Mein Lieblingssatz aus dem Krimi

„So ein Tag hatte nicht 24, sondern gefühlt 36 Stunden oder noch mehr. Das war keine Frage von Astronomie oder Physik, das war eine Frage von Ereignisdichte.“ Kenn ich 🙂

Welche Themen kommen im Krimi vor?

Es geht viel um Nazis, sowohl um heutige als auch um die des Dritten Reichs. Dass damals im Krieg Nazis sich international an Beutekunst bereichert haben und nach der Kapitulation Deutschlands ungesühnt weiter in Wohlstand leben konnten. Dass auf Frauenchiemsee tatsächlich mit dem „Jodl-Grab“ eine Nazi-Pilgerstätte existiert. Und dass heute Flüchtlinge drangsaliert werden und Deutsche Angst haben, gegen die Rassisten auszusagen. Neben all dem geht es auch um Neid, V-Männer, den Verfassungsschutz und die Zeitknappheit alleinerziehender Väter.

Was hat mir am Krimi gefallen?

Die Vielzahl der Dialoge macht diesen Krimi sehr lebendig, vor allem weil etliche davon auf bayerisch geführt werden. Letzteres hat zwar mein Lesetempo stark gedrosselt, weil ich immer wieder überlegen musste, was die wohl sprechen, aber dadurch wirkt die ganze Szenerie sehr authentisch. Und es ist ne Menge los, nicht nur durch die Vielzahl an Leichen, sondern auch durch die Einmischung des Verfassungsschutzes.

Wann und wo findet die Lesung statt?

Das Programm des LiteraturBahnhofs ist inzwischen eine jährliche Institution, die immer parallel zur Buchmesse stattfindet. In diesem Rahmen findet am 13. Oktober 2017 die Kriminacht statt, dieses Jahr im Haus des Buches. Zwischen 19h und 22:15h stelle ich acht Autoren mit ihren Krimis vor und dieser ist dabei.
 

Informationen zum Buch

Thomas Bogenberger „Hattiger und die Schatten“
ET: 20.07.2016

Paperback, 512 Seiten, €15,-
Pendragon

About the author:

. Follow him on Twitter / Facebook.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.