Krimi-Steckbrief zu „Der Angstmann“ von Frank Goldammer

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Kurz & knapp: Worum geht es?

Es fehlt an allem, in Dresden zum Kriegsende. Es fehlt an Polizisten, Ärzten, Untersuchungsmaterial und trotzdem jagt Kriminalinspektor Max Heller einen Frauenmörder. Er tötet nur nachts, wenn die Sirenen heulen und die Leute sagen, sie hätten Geräusche wie von Tieren gehört. Kinder sagen, der Angstmann geht um und wer bei Bombenalarm nicht im Keller ist, den holt er. Heller patrouilliert Tag und Nacht bis an den Rand der Erschöpfung. Sein Vorgesetzter will Ressourcen sparen und eine schnelle Lösung. Und eines Nachts wird Heller vom Bombenalarm überrascht. Er überlebt knapp, aber was ist mit seiner Frau, wie kommt er nach Hause und hat der Mörder wieder zugeschlagen?

Ist der Krimi Teil einer Reihe?

Ja, und zwar der Auftakt, denn beim Verlag und im Klappentext heisst es „Der erste Fall für Kriminalinspektor Max Heller“.

Wie blutig/eklig ist dieser Krimi?

Weder noch, aus meiner Sicht ist er sehr schaurig und beklemmend.

Der Hauptermittler in einem Satz

Max Heller ist emphatisch und pflichtbewusst und er entbehrt was er kann, um anderen zu helfen. Er versucht, so aufrecht und gerecht wie möglich zu leben und zu arbeiten, was im Dritten Reich als Nicht-Parteimitglied eine ständige Herausforderung ist.

Sterben Tiere oder Kinder?

Nein.

Wie hoch ist der Love-Factor?

Heller und seine Frau lieben einander innig. Dass sie ständig Angst um ihn hat, versteht sich in diesem Umfeld von allein. Eine Szene ist aus meiner Sicht zu nah am Kitsch, aber insgesamt tut diese stabile Beziehung in dem instabilen Umfeld beim Lesen gut.

Mein Lieblingssatz aus dem Krimi

„Sabotage…lenkt ab und schürt Angst in der Bevölkerung. Je schrecklicher die Tat, desto größer der Nutzen.“ Das scheint eine zeitlose Wahrheit zu sein.

Welche Themen kommen im Krimi vor?

Das alles überragende Thema ist der Zweite Weltkrieg mit den Ängsten, Sorgen und Nöten der Bewohner Dresdens. Da gehört auch die Angst zu, dass Flüchtlinge ihnen Lebensnotwendiges nehmen und der Wunsch die Rabattmarken der verstorbenen Untermieterin zu behalten.

Was hat mir am Krimi gefallen?

Die Atmosphäre ist von Anfang an so bedrückend, dass dieser Krimi genau so gut ein Noir sein könnte und durch die gefühlte Realitätstreue könnte es fast eine Dokumentation sein. Und durch den Mord ist es ein Krimi. Insgesamt ein faszinierender Mix.

Wann und wo fand die Lesung statt?

Das Programm des LiteraturBahnhofs ist inzwischen eine jährliche Institution, die immer parallel zur Buchmesse stattfindet. In diesem Rahmen fand am 21. Oktober 2016 die Kriminacht statt, dieses Jahr aus räumlichen Gründen im Dommuseum. Zwischen 19h und 22:15h stellte ich acht Autoren mit ihren Krimis vor und dieser hat den krönenden Abschluss gebildet.

Informationen zum Buch

Frank Goldammer „Der Angstmann“
ET: 23.09.2016

Broschiert, 336 Seiten, €15,90
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