„Falsche Freundin“ von Rosa Ribas

Rosa Ribas ist Spanierin und lebt seit 1993 in Frankfurt am Main. Offensichtlich hat sie genau hingeschaut, wo sie da hinzieht, denn mir ist es beim Lesen so vorgekommen, als kenne sie Frankfurt  in- und auswendig. „Falsche Freundin“ ist zwar schon der 3. Band um Hauptkommissarin Cornelia Weber-Tejedor, aber ich steige hier erst in diese Reihe ein.

Am Flughafen Frankfurt stürzt eine Reinigungskraft unglücklich die Treppe aus einem Flugzeit hinunter und stirbt. Eine andere Kollegin sieht das, nimmt ein Päckchen aus dem Kittel der Kollegin an sich und wird ein paar Tage später tot aufgefunden. Grund genug für die Mordkommission, sich den Fall genauer anzuschauen. Die Kollegen vom Drogendezernat sind ebenfalls interessiert, denn in letzter Zeit haben sie eine vermehrte Drogenmenge wahrgenommen. Eine Polizistin soll sich undercover dem Reinigungstrupp anschliessen, aber die gewünschte Kollegin aus Stuttgart fällt aus. Das kommt Cornelia Weber-Tejedor gerade recht. Schließlich trennt sich gerade von ihrem Ehemann und hat eine Liebelei mit einem Kollegen angefangen. Ein paar Wochen in eine andere Identität abtauchen scheint da trotz aller lauernden Gefahren attraktiv. Gesagt, getan. Die Vorgesetzten sind skeptisch, lassen sich aber überzeugen und so ändert Cornelia ihren Nachnamen, ihre Wohnung und ihre Lebensgeschichte.

Als Cornelia Lenz gewinnt die Hauptkommissarin also nach und nach das Vertrauen der anderen Reinigungskräfte – was nicht einfach ist. Und tatsächlich wird sie nach einigen Wochen angesprochen, ob sie einem „Unternehmen“ beitreten will und versteckte Päckchen aus bestimmten Flugzeugen herausschmuggelt. Jetzt geht’s also an’s Eingemachte. Cornelia spielt doppelt und diese Situation wird immer heisser, denn der Chef des ganzen wittert Gefahr.

Vorweg gesagt: Lokalkrimis begeistern mich selten. Gerade deshalb hab ich die Buchhandlung Wendeltreppe in Frankfurt angerufen und nach Tipps gefragt, die Eigentümerin kennt sich nämlich bestens aus und empfiehlt wirklich nur, was sie gut findet. Rosa Ribas war dabei und so habe ich direkt das Buch aus dem Stapel genommen und es in einem durch verschlungen. Nein, es ist keine große Literatur und auch keine umfassende Gesellschaftskritik – manche erwarten von einem Krimi ja alles auf einmal. Aber ja, es hat mich gut unterhalten. Ich bin mit der Kommissarin in ihre Scheinidentität geschlüpft und habe genüsslich mit ermittelt, gezittert, gehofft. Genau das richtige für einen Schmökerabend und daher 4 Mimis. Viel Spaß beim Lesen!

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