„Dornentöchter“ von Josephine Pennicott

Die Karla aka Buchkolumne hat für 2013 eine Hörbuch-Challenge ausgerufen. Es geht darum, das ganze Jahr hindurch mindestens ein Hörbuch zu hören und darüber zu schreiben. Ich als Hörbuch-Junkie habe mich da natürlich angemeldet 🙂 Und obwohl jetzt schon Februar ist, rezensiere ich hier „Dornentöchter“ von Josephine Pennicott, das ich bereits Anfang Januar gehört habe. Stellt Euch das so vor: Ich wache von Wellen- und Vogelgeräuschen auf St. Lucia auf und tobe mich gleich morgens auf dem Laufband aus. Dabei verliert sich mein Blick in den Türkis-Schattierungen des Meeres und ich lausche Nina Petri beim Vorlesen.

Worum geht es? Nach dem Tod ihrer geliebten Mutter und der schmerzhaften Trennung von ihrem Mann zieht Sadie mit ihrer Tochter Betty von Australien in das kleine Fischerdorf Pencubitt in Tasmanien. Sie ziehen ins Poet’s Cottage, das Geburtshaus ihrer Mutter Pearl, die dort in den 30er Jahren gelebt hat. Pearl war die Ehefrau vom allseits beliebten Maxwell, die launische Mutter von 2 Töchtern und die exzentrische Schriftstellerin, die viele im Dorf verstörte. Wie konnte es nur sein, dass Pearl einen ach so ansehnlichen Ehemann hatte und trotzdem munter eine Liebschaft mit einem Fischer unterhielt? Nun ja, Maxwell liess sich derweil mit der Haushälterin ein. So ein Lebensstil musste ja ein böses Ende nehmen und wirklich wurde Pearl im Keller ihres Hauses ermordet. Diese Fakten kennt Pearl, als sie in Poet’s Cottage einzieht, aber der Mörder ihrer Großmutter wurde nie gefunden und Sadie möchte dieses Rätsel lösen. Nach und nach entsteht ein Bild von Pencubitt vor dem geistigen Auge des Lesers – dem heutigen Leben dort wie auch durch geschickt eingewobene Rückblenden dem damaligen. Einige Themen scheinen im Dorf totgeschwiegen zu werden und langsam hat Sadie den Eindruck, in Pearl’s Cottage spukt es. Zudem findet Betty sich nur schwer ein im neuen Zuhause und bittet ihren Vater samt Freundin zu kommen. Zum Glück findet Sadie bei ihrem Ex-Mann ein wenig Halt, wie auch bei einer neuen Liebe und der zweiten Frau ihres Großvaters. Und so löst sie nach und nach alle offenen Fragen

Was ist daran besonders? „Dornentöchter“ ist in erster Linie ein Familiendrama. Durch seine ausgiebigen Rückblicke in die 30er Jahre hat es aber auch Elemente eines Historienromans und durch die Suche nach Pearls Mörder ist es auch ein Krimi. Dazu scheinen ein paar Geister ihr Unwesen zu treiben. Ich war gespannt darauf, etwas über Tasmanien zu erfahren, aber ein Fischerdorf ist wohl einfach ein Fischerdorf und so wie es beschrieben wurde, hätte es auch in England liegen können.

Wie gefällt es mir? Die Geschichte plätschert so dahin und ist meist ganz unterhaltsam, zwischendrin fand ich es sogar richtig interessant. Zu meinen faulen Urlaubstagen hat es gut gepasst und Nina Petri höre ich sowieso gern zu. Fernweh hat es aber leider nicht in mir geweckt – und dabei habe ich es hauptsächlich deshalb gekauft, weil ich noch nie ein Buch gelesen hatte, das in Tasmanien spielt. Ohne das Ende vorwegnehmen zu wollen hat mich aber genau das am meisten gestört und deshalb vergebe ich insgesamt nur durchschnittliche 3 Mimis.

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