„Die Frau, die nie fror“ von Elisabeth Elo

Die Amerikanerin Elisabeth Elo hat ihr mit „Die Frau, die nie fror“ ihren Debütroman veröffentlicht und als eine der Frauen, die ständig und vor allem nachts kalte Füsse hat, hat mich allein schon der Titel angesprochen. Thematisch passt der Thriller wunderbar in den Winter und schon beim Anblick des Covers, das eine dick eingemummelte Frau im Schnee zeigt, wird mir kalt.

Worum geht es?
Pirio bringt gerade Hummerköder in Position auf dem neuen Fischerboot ihres Kumpels Ned, als der Nebel vor der Küste Maines immer dichter wird und sie plötzlich eine graue Wand auf sich zukommen sieht. Die Wand gehört zu einem riesigen Schiff, das sie mittig rammt, so dass das Fischerboot auseinander bricht, und dann einfach weiterfährt. Kurz vor der Kollision kann Ned noch die Küstenwache rufen, doch als die 4 Stunden später an den Unglücksort kommt, ist von Ned keine Spur zu finden. Pirio dagegen wird gerettet. Sie lebt – und das, obwohl Menschen üblicherweise in 9 Grad kaltem Wasser lediglich 2 Stunden lang überleben.

Nach wenigen Tagen erklären die Behörden, dass sie kein Schiff identifizieren können, das zu der angegebenen Zeit auf der Route des Humerkutters unterwegs war. Pirio will das nicht hinnehmen und begibt sich selbst auf die Suche nach dem Schuldigen. Allein schon, um ihrem Patenkind Noah erklären zu können, wer für den Tod seines Vaters verantwortlich ist. Bei der Suche stösst sie auf geheimnisvolle Aktivitäten des Fischereibetriebs, bei dem Ned beschäftigt war. Doch weder das Unternehmen noch seine ehemaligen Kollegen möchten darüber sprechen. Und dann taucht bei Neds Beerdigung auch noch ein Typ auf, der vorgibt, Ness Freund zu sein, doch niemand der Anwesenden kennt ihn und er scheint sich die gleichen Fragen zu stellen wie Pirio. Ist er Freund oder Feind?

Was ist daran besonders?
Die Frau, die nicht friert, hat auch keine Angst. Sie ist eben eine Heldin, wie so ein Roman sie braucht. Schliesslich hat ihr Vater sie zu nichts anderem erzogen und ihr Rationalität, Mut und eine hehre Moral eingetrichtert. Damit gibt Pirio dieser Geschichte eine klare Linie und als Leser fieber ich mit ihr mit, ob sie sich wirklich weiter in Gefahr bringen will und wie sie da wieder rauskommt. Trotzdem ist Pirio keine Bilderbuch-Heldin. Sie tut sich in Liebesdingen eher schwer und pflegt mit ihrem Vater, ihrer besten Freundin und ihrem Patenkind eher einen kargen Kommunikationsstil. Und diese ihre drei liebsten Menschen sind wahrlich auch eher kompliziert gestrickt.

Wie gefällt es mir?
Die Konstruktion der Protagonisten finde ich sehr gelungen und als das Geheimnis sich abzeichnete, hat mich das Thema des Thrillers schaudern lassen. Soweit würde ich klar 4 Mimis verteilen. Dagegen spricht lediglich, dass sich zum Ende hin ein paar logische Schnitzer eingeschlichen haben und ich das erste Drittel des Buchs ein wenig zu lahm fand und ich einiges an Durchhaltevermögen aufbringen musste, um weiterzulesen. Danach hat es sich gelohnt, aber das führt zu einem Mimi Abzug, so dass ich insgesamt satte 3 von 5 verteile. Immerhin. Und ich bin mir sicher, Elisabeth Flo kriegt das beim nächsten Thriller besser hin. Ich freu mich schon drauf!

 

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