„Das Ende der Welt“ von Sara Gran

Sara Gran hat letztes Jahr mit ihrem Debütroman „Die Stadt der Toten“ direkt den Deutschen Krimipreis 2013 in der Rubrik „International“ gewonnen. Nun ist „Das Ende der Welt“ von Sara Gran erschienen und führt die ZEIT-Krimi-Bestenliste im Mai an. Beide Romane handeln von der Ermittlerin Claire de Witt und die hat mir in „Die Stadt der Toten“ ganz gut gefallen. Ich war also neugierig, wie Gran ihre Protagonistin weiter entwickelt.

Worum geht es?
Der Musiker Paul wird erschossen in seinem Wohnzimmer aufgefunden. 5 seiner Gitarren fehlen und die Haustür ist von außen verschlossen. Trotzdem geht die Polizei von Raubmord aus und ruft Claire de Witt nur an, um sich um die Witwe zu kümmern. Claire war mit den Eheleuten Paul und Lydia bekannt, mit Paul sogar früher mal zusammen. Pauls Schwester verdächtigt Lydia, ihren Mann aus Habgier umgebracht zu haben. Ihrer Intuition folgend beginnt Claire, Pauls Mörder zu suchen und begibt sich damit auf eine Reise durch Pauls und ihre gemeinsame Vergangenheit und die Musik- und Clubszene San Franciscos.

Während Claire de Witts Ermittlungen nur schleppend vorankommen, wird sie immer wieder von anderen Dingen unterbrochen. Zum einen bittet ein Farmer sie um Hilfe, weil von seinen gezüchteten Miniaturpferden immer wieder welche verschwinden. Zum anderen erinnert sie sich in vielen Rückblenden, wie sie als Teenager mit ihrer Freundin Tracy die verschwundene Chloé in Brooklyn aufgespürt haben. Damals hatten sie gerade das Buch eines berühmten Detektivs gelelesen und fühlten sich berufen, diesem nachzueifern. Als Chloé dann in den Sommerferien einige Tage lang nicht auftauchte, hefteten Tracy und Claire sich an ihre Fersen und auch hier führte die Spur zu einer Band. Chloé war mit einem Musiker durchgebrannt, abgemagert und wollte partout nicht nach Hause.

Was ist daran besonders?
Musik und Drogen ziehen sich wie ein roter Faden durch diesen Krimi. Und eine Protagonistin, die am Rande des Abgrunds lebt. Teilweise von Drogen so zugedröhnt, dass sie das Bewusstsein verliert, aber wie ein Steh-auf-Männchen überlebt sie alles. Sie ist die amerikanische, weibliche Version der skandinavischen, alkoholabhängigen, rauhe-Schale-weicher-Kern-Kommissare – nur eben als Privatdetektivin. Und als Leser sitze ich gefühlt auf ihrer Schulter und lasse mich von ihr durch ihre realen Streifzüge wie auch durch ihre Drogenträume mitnehmen.

Wie gefällt es mir?
Mir gefällt an Sara Grans Krimis, dass sie wie ein Roadmovie geschrieben sind. Claire nimmt mich überall mit hin in ihrem Leben, in ihre eigenen Abgründe und in ihre Ermittlungen. Aber die Ermittlungen nehmen für meinen Geschmack einen zu kleinen Teil ein, die Spannung kommt zu kurz ich kann nicht so viel mit-ermitteln, wie ich gerne würde. Daher gibt es von mir nur satte 3 von 5 Mimis.

Aber wenn sich jemand gerne in spezielle Atmosphären mitziehen lässt und sich dort von der Auflösung einiger Rätsel mit treiben lassen will, dann ist dieses Buch sicher was für ihn oder sie.

 

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