„Bruderliebe“ von Yves Ravey

Raveybruderliebe

Nur 110 Seiten schlank ist dieser Krimi aus dem Kunstmann Verlag und da ich Sprache mag, in der kein Wort zuviel verloren und trotzdem alles gesagt wird, hab ich mich total auf’s Lesen gefreut.

Es geht um Jerry und Max, 2 Brüder, die sich seit über 20 Jahren nicht gesehen haben. Max lebt in einem kleinen französischen Dorf und plant aus verschmähter Liebe eine Entführung. Das Lösegeld von 1 Million Euro soll seine Wunden heilen. Da aber in dem Dorf jeder jeden kennt, benötigt er Hilfe und seinen Plan hält er für perfekt. Sein Bruder Jerry soll sein Kompagnon sein. Niemand im Dorf kennt Jerry da er lange in Afghanistan gekämpft hat, ist er doch sicher verbrechenserprobt. Und die beiden sind schliesslich Brüder! Da hat Jerry sich doch jemanden ausgesucht, auf den er sich 100%ig verlassen kann. Oder etwa nicht?

Zuerst läuft alles wie geplant. Max holt Jerry an einem Bahnhof in der Schweiz ab und die beiden überqueren per Ski die grüne Grenze nach Frankreich. Auch die Entführung klappt zunächst tadellos. Die Geisel wird bei Max daheim versteckt, gut bewacht von Jerry und Max spielt im Dorf den Ahnungslosen. Doch dann beginnt Jerry ihn zu irritieren. Er überrascht Jerry dabei, ohne Maske mit der Entführten zu sprechen. Zudem kommen in seinen Gedanken einige andere Themen hoch, die schon lange unausgesprochen zwischen den Brüdern gären. Wird der Plan bis zum Ende gelingen? Und wer bestimmt überhaupt, ob sie sich weiter an den Plan halten?

Als ich den Buchdeckel zugeklappt hatte, wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte. Irgendwie habe ich keinen rechten Zugang zu diesem Krimi gefunden und er hat mich irritiert zurückelassen. Ich fand die Handlung nicht besonders spannend erzählt, das dafür aber in treffender Sprache. Vieles blieb unausgesprochen, und doch hat es meine Fantasie nur wenig angeregt. Stets wartete ich auf eine Überraschung in der Handlung und wenn eine geschah, hat sie sich mir nicht erschlossen. Vielleicht ist mir entgangen, was zwischen den Zeilen steht oder vielleicht war ich einfach nicht in der richtigen Stimmung für das Buch. Thema, Ort und Sprache fand ich wirklich ganz gelungen … Vielleicht ist dies eins dieser Bücher, die man zwei Mal lesen sollte?  Bis dahin vergebe ich mit gemischten Gefühlen 3 von 5 Mimis.

 

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